Über das Projekt
Die Strecke Mendrisio–Varese verbindet zwei Bahnstromsysteme: Das 16,7 Hz-System der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und das 3 kV-Gleichstromsystem der Rete Ferroviaria Italiana (RFI). Beide Bahnstromsysteme sind an der gemeinsamen Systemtrennstelle elektrisch entkoppelt. Dennoch verbindet ein Stammkabel die Sicherungsanlage in Stabio auf Schweizer Seite mit der Anlage in Bevera auf der italienischen Seite.
Nach einem Blitzeinschlag auf italienischer Seite wurde festgestellt, dass Überspannungen über dieses Kabel übertragen wurden und Schäden in beiden Anlagen verursachten.
Die Herausforderung lag in der Kombination aus unterschiedlichen Erdungssystemen, grenzüberschreitender Infrastruktur und einer ungewöhnlichen Situation bezüglich des Blitzschutzes. Gemeinsam mit der SBB und Industriepartnern wurden verschiedene Lösungsansätze analysiert und technisch bewertet. Ziel war es, die komplexe Erdungssituation langfristig sicher zu beherrschen und zukünftige Ausfälle zu verhindern.
Unser Beitrag
Enotrac analysierte die Schadensursache, entwickelte Varianten und leitete daraus ein umsetzbares Massnahmenkonzept ab. Im Fokus standen ein abgestimmtes Erdungskonzept sowie ein verbesserter Blitz- und Überspannungsschutz.
Unsere Leistungen auf einen Blick:
- Analyse des Schadensmechanismus
- Bewertung der bestehenden Erdungs- und Blitzschutzsysteme
- Entwicklung und Vergleich mehrerer Lösungskonzepte
- Definition eines optimierten Erdungs- und Potentialausgleichs
- Konzeption eines gestuften Blitz- und Überspannungsschutzes
Kern der Lösung ist eine gezielte Potentialführung mit zusätzlicher Erdungsverbindung sowie der Einsatz leistungsfähiger Überspannungsschutzgeräte, um kritische Spannungsunterschiede sicher zu begrenzen und das bestehende Stammkabel zu entlasten.
Einige Zahlen zum Projekt
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Kunde
Schweizerische Bundesbahnen SBB
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Dauer
Juli 2025 – März 2026
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Ort
Stabio, Schweiz und Bevera, Italien